Die Pfarrkirche St. Jodok
Aus der kleinen „St. Jobs-Kapelle gelegen in Vals“ wurde das religiöse Zentrum für Vals, St. Jodok, ganz Schmirn und Stafflach. Die heutige Kirche entstand 1780–1787 und trägt die Fresken von Josef Schmutzer.

Von der Kapelle zur Pfarre
1402 wird zum ersten Mal die „St. Jobs-Kapelle gelegen in Vals“ erwähnt. 1425 wurde die erste Kirche zu Ehren der Heiligen Jodok, Anton und Wolfgang erbaut; 1436 weihte Bischof Gregor I. von Brixen die neue Kirche.
Betreut wurden die Gläubigen weiterhin von Matrei aus. Der Seelsorger kam nur an bestimmten Tagen nach St. Jodok, um Gottesdienste, Trauungen und Taufen zu feiern. 1441 wurde das Begräbnisrecht geregelt: Auf dem neuen Friedhof durfte nur bestattet werden, wenn die Wege schlecht waren – sonst musste man die Verstorbenen nach Matrei bringen.
1687 wurde die Kuratie St. Jodok errichtet, 1891 wurde sie zur eigenen Pfarre erhoben.
Die heutige Kirche
Die Pfarrkirche in ihrer heutigen Form wurde 1780 bis 1787 vom Baumeister Abenthung aus Axams errichtet. Altarbilder und Deckengemälde schuf Josef Schmutzer, Maler und Stuckateur – derselbe Künstler, der 1802 auch die Fresken der Nachbarkirche St. Leonhard in Vinaders malte.
Der Hauptaltar ist dem Hl. Jodok geweiht, der linke Seitenaltar dem Hl. Josef, der rechte der Hl. Mutter Anna. 1846 malte Johannes Strasser die Kreuzwegstationen. Den Tabernakel fertigte der Kunsttischler Ludwig Plattner aus Stans bei Schwaz; Fassung und Vergoldung besorgte Karl Zöhrer aus Schwaz.
Die Legende des Kirchenpatrons


Über dem Presbyterium
Das Gemälde zeigt den Verzicht des Kirchenpatrons auf die Königskrone. Jodok soll im Jahr 640, nach dem Tod seines Vaters, zugunsten seines Bruders auf den Fürstenthron der Bretagne im Westen Frankreichs verzichtet haben.
Im Kirchenschiff
Das Bild stellt denselben Heiligen bei der Heiligen Messe dar: Ihm erscheint die Heilige Dreifaltigkeit, und Engel schweben mit einer Krone auf den Wolken.
„Weil du die irdische Krone verschmäht hast, ist die himmlische Krone gesichert.“
Beschädigt im Krieg
Bei der Bombardierung der Brennerbahn wurde auch die Pfarrkirche schwer beschädigt. Luftdruck und Erschütterungen zerstörten den Großteil der Fenster und viele Stuckaturen; auch das Dach litt sehr.
1969 malte Hans Bereiter aus Steinach den Kirchenpatron St. Jodok in die Nische über dem Haupteingang.

Stein aus dem eigenen Tal
Bei der Neugestaltung des Presbyteriums wurden Altar, Ambo und Osterkerzenständer aus Granit aus dem Valsertal gefertigt – Stein aus jener Gegend, in der die „St. Jobs-Kapelle“ vor über 600 Jahren erstmals genannt wurde.

Zeitleiste
- 1402Erste Erwähnung der „St. Jobs-Kapelle gelegen in Vals“
- 1425Erste Kirche zu Ehren der Heiligen Jodok, Anton und Wolfgang
- 1436Weihe durch Bischof Gregor I. von Brixen
- 1441Regelung des Begräbnisrechts
- 1687Errichtung der Kuratie St. Jodok – eigener Priester
- 1690Gründung einer Bruderschaft in St. Jodok
- 1780–1787Bau der heutigen Kirche durch Baumeister Abenthung aus Axams; Fresken von Josef Schmutzer
- 1846Kreuzwegstationen von Johannes Strasser
- 1891Erhebung zur Pfarre
- 1945Schwere Schäden bei der Bombardierung der Brennerbahn
- 1969Bild des Kirchenpatrons über dem Haupteingang von Hans Bereiter
- 2014Neugestaltung des Presbyteriums mit Granit aus dem Valsertal
Text: Pfarrer Ioan Budulai, erschienen im Pfarrblatt des Seelsorgeraumes Oberes Wipptal. Angaben zur Bruderschaft (1690) nach Dr. Gerhard Larcher.
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