Die Pfarrkirche St. Nikolaus
Auf einem Moränenhügel über dem Ort thront die Kirche, eingebettet in eine wunderschöne Berglandschaft – ein architektonisches Juwel und eines der beliebtesten Fotomotive des Wipptals.

Von der Filiale zur eigenen Seelsorge
Schon 1339 wird eine dem Hl. Nikolaus geweihte Kirche urkundlich erwähnt: Die in Rom ausgestellte Ablassurkunde nennt die „ecclesias sancti Leonardi et Nicolai de vinaders“. St. Nikolaus war damals Filialkirche von St. Leonhard in Vinaders. Nach der ältesten Gottesdienstordnung von 1382 kamen die Priester aus Matrei an jedem dritten Sonntag nach Obernberg, um Messe zu lesen, die Sakramente zu spenden und Christenlehre zu halten.
Im späten 15. Jahrhundert wurde in Obernberg intensiv Bergbau betrieben; mehrere Schmelzstätten brachten dem ganzen Tal Verdienst. 1736 ermöglichte eine Kooperaturstiftung einen ständigen Geistlichen für St. Nikolaus. Darauf aufbauend löste sich Obernberg 1757 als eigene Kuratie von Vinaders – mit einer Grenze, die für Vinaders sehr ungünstig gezogen war.



Die heutige Kirche
Der spätbarocke Neubau entstand 1760 nach den Plänen des Baumeisters Johann Michael Umhauser, der wenige Jahre zuvor auch die Josefskirche in Schmirn mitgebaut hatte. 1761 wurde die Kirche geweiht; der Turm mit dem Zwiebeldach kam erst 1834 hinzu. Kirche und Friedhofsmauer stehen gemeinsam unter Denkmalschutz.
Die Deckenfresken schuf der Maler Anton Mayr. Altäre und Stuckarbeiten im spätbarocken Stil verleihen dem Innenraum eine festliche und harmonische Wirkung.
Der Hl. Nikolaus empfiehlt die Gemeinde der Heiligen Dreifaltigkeit.
Die Verherrlichung des Altarsakramentes.
Der grau-weiße Marmor vom Obernberger Tribulaun wurde beim Bau der Innsbrucker Hofkirche, für das Grabdenkmal des Hans Fugger in Augsburg und für das Grabdenkmal Kaiser Ferdinands I. in Prag verwendet. Auch Stufen, Bodenplatten und Weihwasserbecken der Pfarrkirche in Gries sind aus diesem Stein.
Ein Ort für große Tage
St. Nikolaus ist nicht nur ein sakraler Ort, sondern auch ein architektonisches Juwel. Wegen ihrer besonderen Atmosphäre ist die Kirche ein beliebter Ort für Taufen und Hochzeiten.

Zeitleiste
- 1339Ablassurkunde nennt die Kirche St. Nikolaus
- 1382Messe an jedem dritten Sonntag durch Priester aus Matrei
- 15. Jh.Blütezeit des Bergbaus in Obernberg
- 1736Kooperaturstiftung für einen ständigen Geistlichen
- 1757Obernberg wird eigene Kuratie
- 1760Spätbarocker Neubau nach Plänen von Johann Michael Umhauser
- 1761Weihe der Kirche; Gründung einer Bruderschaft
- 1834Turm mit Zwiebeldach
Quellen: Kurzbeschreibung der Pfarrkirche St. Nikolaus; Angaben zur frühen Geschichte, zur Kuratie und zum Tribulaun-Marmor nach Dr. Gerhard Larcher (Chronik der Kirchen in der Gemeinde Gries).
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