Kurzbeschreibung der Pfarrkirche St. Josef in Schmirn

Die Pfarrgemeinde war 1687 der Großpfarre Matrei und bis 1756 der Kuratie St. Jodok angeschlossen, 1891 wurde die Kuratie erhoben.

Die in der Außengestalt einfach gehaltene, über 250 Jahre alte Pfarrkirche zum Hl. Josef, beeindruckt zunächst durch ihre beachtliche Größe. Der spätbarocke Bau mit vortretendem Querschiff und einem Turm über quadratischer Grundfläche, der über einem achteckigen Aufsatz in einer Zwiebelhaube endet, wurde in den Jahren 1756/57 unter der Leitung von Franz de Paula Penz und Johann Michael Umhauser errichtet. Penz, ein Bauernsohn aus Navis, Pfarrer und „geistlicher Baudirektor“, baute in seinem Leben etliche Kirchen in Tirol und half bei der Errichtung des Domes in Brixen. Im Jahre 1761 erfolgte die feierliche Segnung des Gotteshauses.

Das Innere der Kirche überrascht durch seine erlesene Schönheit, die vor allem durch die überaus reiche Freskenmalerei bestimmt wird. Die gelungenen Kuppelfresken malte schuf Anton Zoller im Jahre 1757.

Das Fresko über der Altarnische am Schildbogen wird Anton Zoller, dem Sohn Anton Zollers, zugeschrieben. Dieses Fresco zeigt die Heilige Familie bei einer Rast auf der Flucht nach Ägypten.

Das Fresco im Altarraum zeigt das göttliche Brot über dem täglichen Brot, dargestellt durch die Felder mit dem Vieh. Gemeint ist der Ausgleich von Sonntag und Werktag. Zwei bäuerliche Heilige, Isidor und Notburga, mussten darum kämpfen, dass der Gottesdienst über der Arbeit zu seinem Recht kommt. Nach der Legende führten Engel dem Heiligen Isidor den Pflug, während er zur Messe eilte. Das Sichelwunder der Heiligen Notburga sollte ihrem arbeitswütigen Dienstherrn und auch den Schmirnern die Heiligkeit des Sonntags vor Augen führen.

Auf dem mittleren Bild sieht man den dreifalten Gott, umgeben von der Gemeinschaft der Heiligen: Es zeigt dem Menschen seinen Platz im Weltganzen: In den Kirchenbänken die Dorfgemeinschaft, am Friedhof um die Kirche die Verstorbenen und über ihnen die Vollendung des Menschen in Ewigkeit.


Das hintere Deckengemälde stellt das Weltgericht da, die Auferstehung der Toten und das ewige Ziel des Menschen, das man auch verfehlen kann. Ein Teufel und ein Engel raufen um den Besitz eines Menschen; gemeint ist der innere Kampf um das gegen das Böse, das den Menschen zwingt, sich zu entscheiden.

Der Hochaltar im klassizistischen Stil ist dem 6. Kuraten Josef Innerkofler (1843-68) zu verdanken. Das Altarbild von Casper Jehle, Innsbruck, stellt den Kirchenpatron St. Josef auf seinem Sterbelager dar, umgeben von Maria und Jesus. Josef, Nährvater Jesu, aus dem Geschlecht Davids, Gemahl der Gottesmutter, starb vor dem Beginn der Lehrtätigkeit Jesu in dessen Gegenwart. Er ist Patron der Arbeiter, einfachen Leute, der Kirche, der Familie, der Schutzpatron für einen guten Tot (weil ihm beim Sterben Jesu und Maria zur Seite standen). 

Die ebenfalls klassizistisch gestalteten Seitenaltäre, deren architektonischer Aufbau mit säulengetragenen Dreiecksgiebeln ähnlich dem des Hochaltars ist, zeigen jeweils ein rundbogenumschlossenes kleines Altarbild mit Strahlenkranz (Maria und Herz-Jesu). Der linke Seitenaltar birgt eine Reliquie des Hl. Felix.

Die Beichtstühle aus dem Jahre 1845 sind ein Geschenk der Kirche in Lueg am Brenner. Die Orgel wurde von Josef Reinisch, Gries, im Jahre 1831 erbaut. Sie ist mit 12 klingenden Registern und knapp 500 Pfeifen ausgestattet. Im Kirchturm hängen 5 Glocken.

Die letzte Innenrenovierung wurde 2005 durchgeführt. Die Eröffnung und Weihe des Altares erfolgte durch Bischof Dr. Manfred Scheuer am 29.10.2005. Im neuen Volksaltar wurde eine Reliquie des seligen Otto Neururer eingesetzt.

Insgesamt stellt die Schmirner Josefskirche einen beeindruckenden Barockbau dar, der sich, kunsthistorisch gesehen, vor allem durch seine stimmungsvollen Fresken, seine prächtigen Altäre, die zarten Strukturen und seine großzügigen Formen auszeichnet, der auch eine würdige Stätte des Gebets und der Kontemplation darstellt.